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UCI Mountainbike Weltcup Albstadt 2014
Die Weltspitze der Mountainbiker ist in Albstadt am Start



Die Weltspitze der Cross-Country-Biker jagt am Sonntag beim UCI Mountainbike Weltcup durch das Tailfinger Bullentäle. Wer kommt für den Sieg in Betracht, wie heißen die Podest-KandidatInnen und wer vertritt die deutschen Hoffnungen? Ein kleiner Streifzug durch die Startlisten – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

UCI Mountainbike World Cup 2014Who to watch, heißt es im Englischen prägnant, wenn es um die Favoriten geht. Wen gilt es beim Weltcup-Wochenende in welchem Rennen zu beachten? Daneben liegen ist bei der Suche nach Sieg- und Podiumskandidaten inbegriffen, wie der 2013er Albstadt-Sieger Daniel McConnell zeigt. Mit dem Australier hätte damals niemand gerechnet.
Immerhin, drei Koryphäen machen es dem Beobachter bei den Herren leicht, Favoriten zu benennen.
„The Big Three“, Weltmeister Nino Schurter aus der Schweiz, Weltcup-Rekord-Sieger Julien Absalon (Frankreich)  und London-Olympiasieger Jaroslav Kulhavy aus Tschechien haben von den letzten 29 Weltcup-Rennen 25 für sich entschieden. Seit 2010 stand nur viermal ein anderer Fahrer auf dem obersten Podest. Der letzte war eben jener McConnell.
 
Nino Schurter bejubelte am vergangenen Sonntag seinen elften Weltcupsieg und bekannte, dass er auch „Glück gehabt“ habe. Weil Absalon stürzte und dadurch Zeit und Rhythmus verlor und sich zweitens Kulhavy per Defekt aus dem Kampf um den Sieg verabschiedete. Dennoch, Schurter ist in Albstadt sicher auf Augenhöhe mit..
 
Julien Absalon. Der war ja schon 2013 auf dem Weg zum Sieg, ehe ihn ein irreparabler Defekt schachmatt setzte. Diese Weltcup-Saison hat er mit zwei Siegen begonnen und Albstadt hat er explizit zu seinem Frühjahrs-Höhepunkt gemacht. „Die Strecke kommt mir am meisten entgegen. Ich mag Albstadt und die Atmosphäre dort“, sagt er Franzose, der seit 2003 jedes Jahr mindestens ein Weltcup-Rennen gewonnen hat.
 
Bei Jaroslav Kulhavy ist aktuell noch etwas schwer einzuschätzen, was er leisten kann. Ein Bruch der Kniescheibe im Februar und dann ein Infekt im April haben die Vorbereitung empfindlich gestört. Nimmt man jedoch die erste Runde von Nove Mesto, als der gewohnt langsam startende Ex-Weltmeister nur zehn Sekunden hinter Schurter und dessen Landsmann Martin Fanger lag, dann kann die Form überhaupt nicht schlecht sein.

Weitere Siegkandidaten zu prognostizieren, ist aus oben genannten Gründen schwierig. Nennen wir sie daher Podest-Anwärter: 
 
José Hermida ist an einem Sahne-Tag zu Großtaten fähig. Auch wenn der spanische Multivan-Merida-Fahrer mit 35 inzwischen der älteste unter den Top-Athleten ist. Maxime Marotte war dieses Jahr schon zweimal Dritter, Landsmann Stephane Tempier Zweiter in Nove Mesto. Der oben erwähnte Daniel McConnell, der immer erst in der Schlussphase ganz vorne auftaucht. Lukas Flückiger, mit drei Defekten in Nove Mesto, aber auch mit drei starken Schlussrunden. Dessen Bruder Matthias Flückiger, Zweiter vom Weltcup in Cairns. Und wenn man schon bei den Schweizern ist, dann auch noch Thomas Litscher, der in Australien alleine in Führung war, ehe ihn ein Defekt zurück warf. Und Martin Fanger, vor einem Jahr Sechster in Albstadt und in Nove Mesto sensationell bis zur vorletzten Runde mit Schurter in Führung. Ondrej Cink, auch mit Defekt in Nove Mesto, sollte man auch noch erwähnen.

Die Deutschen? Moritz Milatz hat sich mit Rang drei in Nove Mesto mit Nachdruck ins Gespräch gebracht, noch dazu, wo ihm das Terrain im Bullentäle sehr entgegen kommt. Manuel Fumic, zum Weltcup-Auftakt in Pietermaritzburg schon Zweiter. Wenn die Maschine wieder ähnlich gut funktioniert, dann ist er auch: Podest-Anwärter. Mit dem Publikum im Rücken, können beide vielleicht über sich hinauswachsen.

Bei den Damen ist das Feld in Sachen Siegkandidatinnen unübersichtlicher. Drei Rennen, drei verschiedene Siegerinnen. Sieben verschiedene Fahrerinnen unter den Top 3. Da wurde richtig durchgemischt.
 
Mit ihrem beeindruckenden, deklassierenden Sieg in Nove Mesto, hat sich die 22-jährige Französin Pauline Ferrand Prevot zur Albstadt-Favoritin gemacht. Vier Wochen nach dem Straßen-Weltcup Fleche Wallone wurde sie zur ersten Frau, die sowohl auf dem MTB als auch im Asphalt-Metier einen Weltcup gewinnen konnte. Liefert sie noch einmal so eine Performance ab, dann könnte sich die Konkurrenz erneut die Zähne ausbeißen. Die Konkurrenz heißt zum Beispiel: Catharine Pendrel. Am 1. April das Schlüsselbein gebrochen, am 25. Mai Rang zwei in Nove Mesto belegt. Das nächste Rennen der Kanadierin könnte noch stärker werden.

Gunn-Rita Dahle-Flesjaa hat inzwischen nicht nur 28 Weltcupsiege auf ihrem Konto und liegt damit gemeinsam mit der längst nicht mehr aktiven Julie Furtado in Front, sondern auch schon 47 Top-Drei-Platzierungen gesammelt. Weil sie sich auch Albstadt als Form-Höhepunkt ausgesucht hat, könnte es passieren, dass die Multivan-Merida-Fahrerin beide Statistik-Rekorde aufstockt.
 
Jolanda Neff, die aktuell Führende in der Gesamtwertung und seit ihrem Sieg im April in Pietermaritzburg jüngste Weltcupsiegerin aller Zeiten. Also noch so eine Statistik-Rekordlerin. Sie könnte nach einem Infekt den 100 Prozent wieder nahe kommen. Annika Langvad, gerade auf der Strecke im Bullentäle sogar eine Siegkandidatin.
 
Vorjahres-Siegerin Eva Lechner, die in Cairns ihren Weltcupsieg Nummer drei landete, Irina Kalentieva, die in den letzten Rennen nicht weit weg war von der Spitze, Emily Batty, Zweite von Cairns und auch langsam reif für ihren ersten Weltcupsieg.
Und die Deutschen? Klar, Sabine Spitz. Vom Training her auf Albstadt fokussiert. Und doch schon an den ersten beiden Stationen konkurrenzfähig. In Cairns verhinderte ein Defekt einen möglichen zweiten Rang, so dass es „nur“ ein Vierter wurde.
Vielleicht keine Siegkandidatin, aber mit Potenzial fürs Fünfer-Podium: Adelheid Morath, eine begnadete Kletterin, der das Bullentäle-Terrain liegt. Auch bergab hat sie mehr an Sicherheit gewonnen. 

Julien Absalon
Foto: © Julien Absalon im Bullentäle ©Marius Maasewerd/EGO-Promotion


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